Wieder keine Sensation! Bei den CVJM Europameisterschaften in Lörrach konnte Skandinavien wieder getrost auf ein Duell zwischen Finnland und Schweden setzen.

 

 

Lörrach; Trotz Heimvorteil nur ein dritter Platz für die deutsche C-Nationalmannschaft bei den CVJM Europameisterschaften in Lörrach.

 

Durch ein 62:60(58:58) Erfolg in der Verlängerung über Finnland wurde Schweden CVJM-Europameister, denn auch christlicher Glaube schützt Basketballer im entscheidenden Moment auf dem Feld nicht vor unüberlegten Kurzschlusshandlungen. Als die Schiedsrichter im Finale der CVJM-Europameisterschaft ein finnisches Foul zwei Sekunden vor Ende der Verlängerung mit Freiwurf für die schwedische Auswahl ahndeten, ließ sich ein Finne gefrustet zu hämischem Klatschen hinreißen. Die Referees entschieden auf technisches Foul und packten somit noch zwei Freiwürfe sowie Ballbesitz für Schweden obendrauf. Das Tre-Kronor-Team traf zweimal von der Linie und holte sich damit am Sonntag den EM-Titel.

 

Doch auch trotz eines rein Skandinavischen Finales, musste die Deutsche Auswahl nicht enttäuscht sein. Man zeigte ab dem ersten Moment an, dass man die EM im eigenen Lande gewinnen wollte.

Bereits im Auftaktspiel wollte man die Maßstäbe für den Finaleinzug setzen, die Arbeit in den Vordergrund stellen und eiskalt vor dem Korb agieren. Leider kam es dann doch wie so oft im Sport. Man vertendelte vorne zu viele Bälle, traf freie Würfe nicht und kassierte hinten durch die von hochkarätigen 3er-Schützen gespickten Schweden etliche Fernwürfe. So geriet die deutsche Auswahl schnell in einen 10 Punkte Rückstand bis zum Ende des ersten Viertels. Zwar konnte man sich auf die Schweden schnell einstellen und verkürzte bis zur Pause dann nochmal auf 2 Zähler, die individual starken Schweden nutzten der zweiten Hälfte jeden noch so kleinen Fehler in der Deutschen Defense und konnten teils durch spektakuläre Dunkings und offene Dreier die Führung auf 20 Punkte ausbauen.

Am Ende des ersten Wettkampftages mussten sich die Deutschen, die durch eine Auswahlmannschaft ihr Land in Lörrach vertraten, klar machen, dass man durch die 40:61 Niederlage gegen die schwedische Zweitligatruppe schon im zweiten Gruppenspiel gegen Finnland vor einem Endspiel stand.

 

Im Anschluß machte Trainer Kevin Kositz der Truppe zwar klar, dass es auch Dunkings nur zwei Punkte zählen und man sich jetzt nicht verstecken bräuchte, auch wenn man gegen eine überragend aufgestellte schwedische Mannschaft mit 21 Punkten Unterschied verloren hatte, weil man doch eines auf dem Platz der Mannschaft immer wieder angemerkt hatte: Siegeswille.

 

So kam es dann am Samstag zum alles entscheidenden Spiel gegen Finnland die am Vortag Italien mit 65:18 geschlagen hatten und Tunierfavorit waren.

Es entwickelte sich eine offene Partie, in der der Kampf im Vordergrund stand. Die Finnen immer wieder mit ihren Guards im Post-up um ihre individuelle Überlegenheit zu nutzen. Die Deutschen als geschlossenes Team mit Systemen, die jedem gute Ausstiege gaben.

In der Defense beruhte sich Finnland auf eine Zone, die zum Pech der Deutschen zu wenig durch Fernwürfe auseinandergenommen wurde. Deutschland agierte größtenteils mit einer Manndeckung, deren Aggressivität früh den Spielfluss unterbinden sollte.

 

Ergebnis zu hoch

Insgesamt, kam die junge Deutsche Delegation mit 35:51 schlechter weg als sie spielte. Doch das lag hauptsächlich daran, dass die Finnen sehr abgebrüht und ruhig spielten, egal wie viel Mann nach dem Ball griffen und in den entscheidenden Momenten den Punkt machten.

Allerdings konnte Team Deutschland dennoch auf sich Stolz sein, Paroli einem Finnischen 1.Liga Team geboten zu haben und sich durch Laufarbeit, Kampf und viel Schweiß, nur mit 16 Punkten verloren zu haben.

 

Bronze oder Fair-Play-Preis?

 

Das im Gruppenspiel gegen Italien vorzeitig schon Platz 3 ausgespielt wurde, war allen klar und so musste sich die CVJM-Nationalmannschaft auf einen harten Kampf einstellen, vor allem aber, mit sich selbst! Denn wie das Motto der vorangegangenen Spiele sollte wieder Laufbereitschaft und Fleiß zum Sieg führen.

Man setzte Full-Court-Defense und auf die Längenvorteile und so erspielte man sich gleich ab der ersten Minute einen Vorsprung, der bis zum Schluss verteidigt und sogar weiter ausgebaut wurde.

Am Ende des vom Südbaden TVs ausgestrahlten Spiel gewann man klar 77:35 und konnte sich so am Sonntag verdient die Bronze Medaille abholen, nachdem die Italiener nach 3 verlorenen Spielen in Lörrach lediglich den Fair-Play-Preis einheimsten. Finnland gelang Silber und Schweden Gold.

 

Siegfried Burkart, der Lörracher CVJM-Vorsitzende, zeigte sich mit dem Verlauf der EM-Tage sehr zufrieden. Ihre nächste Basketball-EM haben die CVJMler in zwei Jahren in Italien und wenn der Kern so bleibt, vielleicht auch mit besserer Medaillenerwartung.

 

Abschließend noch einmal eine herzliche Gratulation an alle Spieler und den Trainer Kevin Kositz und Dank an die Fans, sowie der Physiotherapeutin Steffi Halde, die das Team durch das Turnier toll unterstützt haben.

 

Mit dabei waren: Andre Grunau, Adrian Dlugosch, Dennis Smazal, Dirk Rothberger, Jonas Borschel, Lamin Jameh, Lukas Müller, Manuel Wirsing, Miles Foster, Ostoja Cijanovic, Philip Yang und Stefan Franke.

Autor:Dirk Kevin

 

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